01.11.2022

Swans siegen in Antwerpen

Gerade einmal 48 Stunden Pause nach dem anstrengenden Graz-Spiel, dazu noch gestern eine Flug-Odyssee (wegen Flugverspätungen Anschlussmaschine in Frankfurt versäumt, dadurch insgesamt über 12 Stunden unterwegs), das war die wenig hoffnungsvolle Ausgangsposition vor dem 4. Spiel im FIBA Europe-Cup.

Die Swans starteten sehr gut, führten durch Green, King und Blazan nach 3 Minuten 8:6. Dann übernahm langsam Antwerpen das Kommando, ging 14:10 in Front, aber Green mit einem 4-Punktespiel und King mit einem Inside-Korb sorgten wieder für die 16:14 Swans-Führung. Aber Antwerpen hatte dann immer eine Antwort, zuerst durch einen Dreier von Mwema zur neuerlichen Führung, danach durch Freiwürfe zum 16:19. Güttl verwertete auch zwei Freiwürfe zum 18:19, aber Antwerpen traf vor der Viertelpause noch zweimal aus der Distanz, führte so 25:21.

Das zweite Viertel begann mit einem Dunking von Köppel, aber Antwerpen antwortete ebenso Inside. Friedrich verkürzte per Dreier noch auf 26:28, ehe eine ganz schlechte Phase der Swans begann: Da musste man einen 12:0 Run hinnehmen, Antwerpen traf vom Dreier traumwandlerisch sicher, die Swans brachten offensiv überhaupt nichts mehr zustande, da half auch ein zwischenzeitliches Timeout nicht. Erst bei 26:40 konnte King mit einem Freiwurf diese Blockade lösen, danach setzte sich Blazan mit fünf Punkten in Folge in Szene, die Swans lagen „nur“ noch 32:43 zurück, was Antwerpen sofort zu einem Timeout veranlasste. Es folgte der nächste Dreier der Giants, die Swans konnten aus einem unsportlichen Foul an Lautier-Ogunleye nur einen Punkt erzielen, es folgte ein weiterer Dreier und ein Alley-oop Dunking von De Ridder, Antwerpen führte wieder sicher 53:35, die Swans schienen überhaupt keine Kräfte mehr zu haben. Bis zur Halbzeit konnte man wenigstens den Rückstand noch auf -13 verkürzen, aber in diesem zweiten Viertel war man vor allem defensiv völlig überfordert. Dazu kam noch eine beeindruckende Trefferquote Antwerpens, die allein vom Dreier 8 von 14 Versuchen versenkten.

Auch im dritten Viertel hielten die Belgier lange Zeit den Vorsprung und profitierten vor allem von ihrer Reboundüberlegenheit. Bis 67:52 änderte sich am Spielverlauf wenig, ehe die Swans in der Defensive vermehrt den Ballführenden doppelten, was mit Fortdauer des Spieles Früchte trug: Durch einige Ballgewinne und daraus resultierende Korberfolge, u.a. auch Dreier von Blazan und Friedrich, kamen die Swans auf 59:69 heran, was Antwerpen zum Timeout veranlasste. Aber die Swans hatten sich jetzt defensiv richtig in ihren Gegner verbissen, ließen keine einfachen Körbe mehr zu und Antwerpen konnte nur noch durch Freiwürfe scoren. Das dritte Viertel gewannen die Swans – wie auch in allen anderen drei Spielen zuvor – war aber nur ein kleiner Teilerfolg.

Was in den letzten 10 Minuten abging, wird wohl in der Geschichte der Swans einen besonderen Platz finden: Zuerst versenkte Antwerpen durch Upshaw den 10. Dreier zum 78:66, dann kamen die Swans aber immer mehr auf, verteidigten sensationell und holten Punkt um Punkt auf. Als zuerst Güttl und dann Green jeweils durch Steals und Scoring auf 75:80 verkürzten, war das nächste Timeout Antwerpens fällig. Aber die Dreier fielen jetzt nicht mehr und unter dem Korb waren die Swans nicht wiederzuerkennen. Antwerpen hatte auch schon früh die Teamfoulgrenze überschritten, so konnte Blazan per Freiwurf auf 77:80 verkürzen. Nochmals schien die Aufholjagd zu stocken, denn Upshaw traf einen wilden Dreier zum 77:83, aber King und Lautier-Ogunleye verkürzten mit Freiwürfen auf 80:83. Antwerpen musste nun schwierige Würfe nehmen, traf diese nicht und als Güttl einen Wahnsinnsdreier zum 83:83 traf, war das Spiel endgültig zum Krimi mutiert. Antwerpen versuchte es weiter vom Dreier, traf aber nicht mehr, so kam es, dass King 53 Sekunden vor dem Ende nach Superassist von Blazan die Swans 85:83 in Front brachte. Es folgte ein weiteres Timeout von Antwerpen, der angesagte Spielzug funktionierte, Hamm verwertete per Dunking zum 85:85 Ausgleich. Aber 34 Sekunden vor dem Ende war es Friedrich, der mit dem nächsten fantastischen Dreier fürs 88:85 sorgte. Antwerpen beging sogar in der Folge noch einen Turnover, Blazan konnte allerdings vom Dreier nicht scoren, der Rebound gelangte unglücklich zum freien Smout, der Antwerpen per Dunking 20 Sekunden vor dem Ende auf 88:87 heranbrachte. Es folgte das letzte Timeout der Swans, die nun ausspielen konnten – und das taten sie hervorragend: Blazan stellte nach Assist von King auf 90:87, in der Folge gelang Güttl noch ein weiterer Steal, King wurde beim Dunkingversuch hart geblockt. Ein letzter Verzweiflungsdreier von Upshaw verfehlte knapp sein Ziel, der Swans – Sieg war Realität.

Was für eine zweite Halbzeit lieferten die Swans da ab: Wieder lag man 18 Punkte zurück, wieder kämpfte man sich Korb um Korb zurück – aber diesmal erntete man auch die Früchte dieser Aufholjagd. Unglaublich, wo die Gmundner derzeit die Kraft zu solchen Parforceakten hernehmen - Gratulation zu diesem Kampfgeist. Dabei war man körperlich erwartungsgemäß weit unterlegen, 28:38 Rebounds sagen da einiges aus. Aber man beging nur 10 Turnover (Antwerpen 20), verzeichnete 13 Steals (Antwerpen 6), das war trotz der starken Wurf- Performance der Giants ausschlaggebend. Wenn es was zu kritisieren gibt, dann erneut der relativ schwache Freiwurf, 65% sind einfach zu wenig, wobei diesmal auch die sonst so sicheren Werfer Friedrich, King und Green einiges liegenließen.

Endstand: 87 : 90 (25:21, 55:42, 73:66) für Gmunden

Für Gmunden: Green u. King je 19, Friedrich 15, Blazan 14, Güttl 11, Lautier-Ogunleye 8, Charles u. Köppel je 2

Für Antwerpen: Upshaw 17, Woodson 16, De Ridder 14, Hamm 13, Mwema 11, Smout 7, Rogiers 6, Despalier 3