22.05.2017

Spielbericht 4. Semifinale

Kapfenberg Bulls – Basket Swans Gmunden 61:59 (15:16, 30:32, 45:45)

Spiel 4 begann beim Aufwärmen mit dem endgültigen Ausfall von Alex Wesby, Michael Ojo spielte mit einer gerissenen Sehne im kleinen Finger der Wurfhand, Austin Steed war sowieso verletzungsbedingt zum Zuschauen verurteilt.

Von Beginn an entwickelt sich ein echter Play-off-Fight, beide Teams agieren defensiv extrem aggressiv. Die Swans legen immer vor (Ojo, Murati, Blazan vom Dreier), Kapfenberg zieht immer nach. Bis 12:12 geht‘s in dieser Tonart, dann verwirft Krämer 2 Freiwürfe, die die erste Bulls-Führung bedeutet hätten, ehe sich Friedrich zweimal im Fastbreak durchsetzt, die Swans auf 16:12 stellen. Stegnjaic holt mit einem Dreier noch auf 16:15 auf, ehe Mitchell in der letzten Aktion hart genommen wird, der Foulpfiff aber ausbleibt.

Gleich zu Beginn des zweiten Viertels stellt Ojo per Dreier auf 19:15, Stegnjaic verkürzt nach Offensivrebound auf 19:17. Dann beginnt eine Phase, in der den Swans offensiv einfach gar nichts gelingt: Wieder ist es Stegnjaic, der mit einem Dreier für die erste Bulls-Führung sorgt, die Swans verwerfen in den nächsten 3 Offenses, halten aber selbst hinten alles dicht. Auch eine Auszeit von Coach Wimmer ändert vorerst nichts, im Gegenteil, Baptiste holt den nächsten Offensivrebound und verwertet den spektakulär per Dunking. Nach 4 Minuten ist es dann Tilo Klette, der mit einem Dreier den Bann bricht, die Swans wieder auf 22:22 bringt. Und in den folgenden Minuten verteidigt man glänzend und trifft auch weiter aus der Distanz: Ojo und Murati jeweils per Dreier bringen die Swans auf 29:22 weg, dazwischen liegt auch ein unsportliches Foul von Schrittwieser, da gelingt Ojo aber nur ein Freiwurf von 2. Die Swans versäumen es in den folgenden Minuten, den Vorsprung weiter auszubauen, einzig Murati kann mit einem Freiwurf auf 30:22 stellen. Coffin setzt sich nach einer Bulls-Auszeit zweimal in Szene, verkürzt auf 30:26, ehe Ojo wieder auf 32:26 ausbaut. Wenn es an der Swans-Defense etwas auszusetzen gibt, dann sind es die vielen Offensivrebounds, die Kapfenberg immer wieder 2. Wurfchancen ermöglichen. Vujosevic stellt dann per Fastbreak auf 32:28, ehe das Schiedsgericht darauf reagiert, dass die 24 Sekunden am Schreibertisch mehrmals nicht regelkonform bedient werden: Der Zeitnehmer muss das Feld räumen, der Ersatz macht dann fortan einen guten Job. Den Schlusspunkt in diesem Viertel setzt wieder Vujosevic, der unwiderstehlich durchzieht und noch auf 32:30 verkürzen kann.

Baptiste eröffnet inside stark und sorgt für den Ausgleich. Dann gibt‘s auf beiden Seiten Offensivfouls, extrem intensive Defense und es tut sich wieder 2 Minuten scoringmäßig nichts mehr. Erst Vujosevic bricht mit einem and-1 den Bann, die Bulls führen erstmals mit 3. Aber Klette hält dagegen, und nach einem Bulls-Fehlwurf ist es Murati, der die Führung für die Swans wieder zurückholt. Das Spiel wogt hin und her, Baptiste sorgt fürs 37:36 der Bulls, Murati scort mit der Shotclock zum 38:37. Nach einem Stegnjaic Fehlwurf sorgt Gaidys per Fastbreak-Dunking fürs 40:37. Dann eine sehr unglückliche Situation gegen die Swans: Friedrich stolpert am rutschigen Boden, die Refs sehen ein Foul an Stegnjaic und im folgenden Getümmel begeht Gaidys ein unsportliches Foul an Vujosevic. Überraschend gibt’s auch für das erste Foul 2 Freiwürfe (obwohl weder Teamfouls noch Wurfsituation), die Stegnjaic verwertet. Die beiden Freiwürfe von Vujosevic sitzen auch, somit liegen die Bulls wieder 41:40 voran. Der folgende Bulls-Angriff endet mit einem Fehlwurf, die Swans verteidigen weiterhin auf sehr hohem Level. Nach einigem Hin und Her ist es Murati, der von Krstic (dessen 4. Foul) an die Freiwurflinie geschickt wird, er trifft aber leider nur den zweiten Wurf zum Ausgleich. Den Bulls unterläuft ein Turnover, die Swans machen es im Gegenzug durch Klette besser, führen wieder 43:41. Coffin und Jamar sorgen aber für die erneute Bulls-Führung, den letzten Korb vor der Viertelpause erzielt aber Murati nach einer Superoffense – 45:45.

Klette holt nach einem Friedrich Fehlwurf den Offensivrebound, wird dabei gefoult und trifft beide Freiwürfe zum 47:45. Dann ist Baptiste ein erstes Mal an der Dreierlinie frei, prompt trifft er den Dreier zum 47:48. Danach wieder eine Phase, in der beide Teams fehlerhaft agieren, auch ein Swans-Timeout ändert daran wenig. Jamar kann mit einem sehr weiten Dreier sein Team sogar 51:47 in Front werfen, aber Friedrich sorgt mit 2 Superaktionen wieder für den Ausgleich. Vujosevic bringt die Bulls erneut in Front, Ojo kann aber im Gegenzug per Dreier die Swans 54:53 in Führung werfen. Es geht noch etwas mehr als 4 Minuten, Klette blockt einen Vujosevic Wurf, aber im Gegenzug verliert man postwendend den Ball. Ein zweites Mal lässt sich Vujosevic nicht bitten, scort aus einem weiten Zweier zum 55:54. Murati muss mit der Shotclock einen Notwurf nehmen, die Bulls laufen einen Fastbreak, Stegnjaic stellt auf 57:54. Die Swans sind offensiv schon sehr müde, kommen aber durch 2 Ojo-Freiwürfe nochmals auf 57:56 heran. 47 Sekunden vor dem Ende verwirft Jamar, Ojo lanciert einen Gegenangriff, aber auch er trifft hart bedrängt nicht. Zu allem Übel verlieren ihn die Swans auch noch, denn er versucht den Ball zurückzuerobern, stürzt und bricht sich wahrscheinlich dabei die Mittelhand. 24 Sekunden vor dem Ende stellt Vujosevic mit 2 Freiwürfen auf 59:56, die Swans nehmen ein Timeout. Murati gelingt sofort aus dem Einwurf ein Superdreier zum Ausgleich, es verbleiben noch 16 Sekunden. Vujosevic spielt die Uhr herunter, wird 6 Sekunden vor dem Ende gefoult und trifft beide Freiwürfe zum 61:59. Die Swans haben kein Timeout mehr, Murati geht coast to coast, den letzten Dreier trifft er aber stark bedrängt nicht mehr, das Spiel ist aus.

Fazit:
Es war ein toller Kampf, den die Swans den favorisierten Bulls da lieferten. Am Ende fehlte nur ganz wenig, um in ein Spiel 5 zu kommen. Kompliment an das Team von Coach Wimmer, dass man nochmals alle Kräfte mobilisieren konnte und den Zuschauern in Walfersam einen wahren Krimi bot.
Dass es so ausgeglichen verlief, lag aber auch an den Schiedsrichtern, die insgesamt in einer sehr schwer zu pfeifenden Partie mit vielen Niedlichkeiten einen recht guten Job machten, das Foulverhältnis von 21:21 war da der Beweis.

Bei den statistischen Werten gab’s nur Nuancen: Die Swans trafen ein wenig besser aus dem Feld (37 zu 32%), hatten aber viel weniger Würfe, weil Kapfenberg 10 Rebounds mehr holte. In allen anderen Statistikkategorien war alles praktisch ausgeglichen.

Bei Kapfenberg war Vujosevic (22) die prägende Figur, vor der Pause setzte auch Stegnjaic (12, davon 10 in Hälfte 1) wichtige Akzente.

Bei den Swans spielte Murati überragend (18 Punkte, 6 Rebounds, 4 Assists), denn neben seiner Offensivleistung stellte er auch Jamar über weite Strecken ab. Ojo war mit 16 Punkten, 3 Rebounds und 4 Steals die zweite Offensivwaffe.
Inside mühten sich Klette (9 Punkte, 1 Rebound, 2 Blocks) und Gaidys (5 Punkte, 8 Rebounds) redlich. Sehr stark auch noch Daniel Friedrich, der einzig von der Dreipunktelinie einfach kein Fortune hatte (8 Punkte, 4 Rebounds).