Vuk Zivanovic – seit drei Jahren ein wichtiger Bestandteil der Swans und mit seiner immer größer werdenden Rolle aus dem Kader nicht mehr wegzudenken. Um herauszufinden, wie er selbst die wachsende Verantwortung empfindet, wie es ist, in einer komplett fremden Sprache zu studieren und wie sein Leben außerhalb des Trainings aussieht, haben wir den sympathischen jungen Serben zum Interview gebeten.
Hallo Vuk! Danke, dass du dir die Zeit nimmst, etwas über dich und dein Leben in Gmunden zu plaudern. Was mich direkt interessiert ist:
Du bist sehr jung, übernimmst aber schon viel Verantwortung im Team. Wie gehst du damit um?
Als ich hierherkam, hatte ich anfangs eine viel kleinere Rolle, aber ich habe es einfach angenommen, wie es war. Im Laufe der Jahre wurde meine Rolle immer größer. Das gehört, denke ich, einfach zum Leben eines Profispielers dazu.
Wie bereitest du dich auf Spiele vor? Hast du bestimmte Rituale?
Ich bin nicht besonders abergläubisch was Rituale angeht. Meistens höre ich einfach Musik, die mich motiviert – meistens Hip-Hop, aber serbischen. Ein spezielles Ritual habe ich für die Spiele nicht.
Als Point Guard bist du der Spielmacher. Hast du dich immer schon in dieser Rolle gesehen? Gefällt dir diese Verantwortung?
Seit ich Basketball spiele, habe ich viele serbische Point Guards beobachtet. Mir gefiel ihre Spielweise – dass sie „Pass-first-Spieler“ sind – und ich habe versucht, mein Spiel nach ihnen zu modellieren. Ich wollte wie sie sein und ein Spielmacher werden.
Wie würdest du die Teamchemie beschreiben?
Dieses Jahr ist sie wirklich gut. Alle Neuen sind sehr freundlich und machen bei jedem Teambuilding mit. Wir gehen zum Beispiel manchmal gemeinsam essen oder schauen Euro League Spiele.
Was sind die Ziele für dieses Jahr – für dich persönlich und für die Mannschaft?
Für mich persönlich: mich weiterentwickeln und jedes Jahr eine größere Rolle übernehmen. Und als Team: natürlich den Meistertitel und den Cup gewinnen.
Gibt es ein Team, gegen das du besonders gerne spielst?
Eigentlich Oberwart, weil das die erste Mannschaft war, gegen die wir im Viertelfinale verloren haben, seit ich in Gmunden bin. Und natürlich Wels – weil es ein Derby ist, und das ist einfach das beste Spiel der Saison.
Was ist gegen diese Teams anders?
Die Motivation ist auf jeden Fall höher, und ich bin gegen diese beiden Gegner ein bisschen fokussierter.
Kommst du mit deinem Deutsch voran?
Ja, langsam schon. Von Jahr zu Jahr wird es besser – vor allem, weil ich ja auch an der Uni Deutsch brauche.
Wie läuft dein Studium? Was studierst du?
Informatik. Am Anfang war es etwas schwierig, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Ich kann es gut mit dem Training vereinbaren, auch weil es viele Online-Vorlesungen gibt und man nicht ständig vor Ort sein muss – manchmal nur alle paar Wochen. Meistens lerne ich von zu Hause aus.
Ist es schwer, in einer völlig fremden Sprache zu studieren?
Ja, definitiv. Aber ich musste – es gab keine andere Option, wenn ich unbedingt etwas studieren wollte, vor allem IT, das ich auch in Serbien bereits ins Auge gefasst hatte. Ich kann mich also nicht beschweren, ich muss es einfach auf Deutsch machen.
Was machst du in deiner Freizeit, wenn du nicht Basketball spielst?
Ich spiele oft Videospiele mit meinen Freunden in Serbien. Außerdem gehe ich hier gerne spazieren – besonders am See, um den Kopf freizubekommen. Und ich gehe mit Freunden oder Teamkollegen essen.
Gibt es einen Ort in Gmunden, den du besonders magst?
Valentino. (Pizzeria in Altmünster)
Wegen der Aussicht oder wegen des Essens?
(lacht) Wegen des Essens!
Ist es manchmal schwer, weit weg von deinem Land und deiner Familie zu leben?
Natürlich ist es das. Aber nach drei Jahren habe ich mich daran gewöhnt, hier allein zu leben – es ist viel einfacher als am Anfang.
Wie unterstützt dich deine Familie? Besuchen sie dich oft?
Ja, meine Eltern besuchen mich ziemlich oft – ungefähr alle ein bis zwei Monate für ein paar Tage. Und wir telefonieren jeden Tag per Video – mit meiner Familie und meinen Freunden. Sie unterstützen mich wirklich sehr.
Wie bist du zum Basketball gekommen?
Ich war sechs, als ich einmal mit meinem älteren Cousin ins Training gegangen bin – und seitdem liebe ich es. Das erste Training war eigentlich nur ein bisschen Basketball und sonst viele athletische Sachen, weil ich eigentlich noch zu jung war. Danach durfte ich dann richtig anfangen.
Zu wem schaust du auf? Wer sind deine Vorbilder?
Ich habe mit Basketball angefangen wegen eines serbischen Spielers – Milos Teodosic. Er ist mein sportliches Vorbild. Im Leben sind es hauptsächlich meine Eltern.
Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Ich sehe mich mein Studium in Gmunden abschließen (lacht) und hoffentlich noch immer hier spielen.
Welchen Rat würdest du jungen Spielern geben, die Profi werden wollen?
Man muss große Opfer bringen – auch wenn das bedeutet, von zu Hause wegzugehen. Die meisten, die Profi werden wollen, tun das. Heute ist mit Videoanrufen alles einfacher, sodass man seine Familie nicht mehr so sehr vermisst.
Denkst du manchmal darüber nach, wie es gewesen wäre, wenn du in Serbien geblieben und nicht ins Ausland gegangen wärst?
Ich schaue selten in die Vergangenheit, um zu überlegen, was hätte anders sein können. Ich höre einfach auf mein Herz und folge meinen Zielen – und ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt hier bin.
Welche Botschaft möchtest du den Fans mitgeben?
Danke für eure Unterstützung von Spiel zu Spiel! Ich hoffe, wir können euch dieses Jahr stolz machen, den Meistertitel nach zwei Jahren wieder zurückholen – und den Cup auch. Danke für alles!
Ich danke dir für das Interview!
Saskia Wiemann
Hi Vuk! Thanks for taking the time to chat a bit about yourself and your life in Gmunden. What I’d like to know right away is:
You are very young, but you already take a lot of responsibility in the team. How are you dealing with that?
Since I came here, at the beginning I had a much smaller role, but I dealt with it the way I had to. Over the years I started having a bigger role in the team. That's, I guess, a part of any professional player.
How do you prepare yourself for games? Is there a specific ritual that you follow?
I'm not so superstitious about those rituals and stuff. I usually just listen to music that motivates me for the game - mostly hip hop, but Serbian one. But I don't have any specific rituals for every game.
As a point guard, you are the playmaker. Did you always see yourself in that role? Do you like to have that specific responsibility?
I mean, since I started playing basketball, I was watching a lot of Serbian point guards – I liked the way they were playing, that they're “pass-first players” and I just modeled my game after them. I wanted to be like them and wanted to be a playmaker – a point guard.
How would you describe your team chemistry?
This year, it’s really good. All the new guys are really friendly and into every team building stuff that we're trying to do all the time. For example, sometimes we go for dinner or we watch some Euro League games.
What are this year's goals with the team and for you individually?
For me individually, it's to grow as a player, to have a bigger role every year from now. And as a team, of course, to win the title and the Cup.
Is there a team you like to play against more than others?
Actually Oberwart, because that's the first team we lost against in the quarterfinals since I came to Gmunden. And, of course, Wels, because it's a Derby and that's the best game in the season.
What exactly is different when you play against them?
The motivation is higher for sure, and a little bit more focus on those two teams, for me.
Is German slowly becoming manageable?
Yeah, slowly it is, from year to year it's better - since I need to do university in German.
How are your studies going? What is your major?
Informatics. Well, first it was a little bit tough, but this year I got used to it and I can manage to go even when we sometimes have practice. They have a lot of online classes and a lot of times you don't need to go to the course really often. It's sometimes once in a few weeks. So, it's pretty manageable with practices. Most of the time I’m studying from home.
Is it difficult to study in a completely foreign language?
Yeah, for sure it is. But I guess I need to, because there was no other option and I wanted to study something, especially IT or something because I was trying to do that in Serbia already. I guess, I can't complain. I just have to study in German.
Apart from basketball, what do you like to do in your free time?
Playing video games for sure with my friends in Serbia. I like to go for a walk here, especially by the lake to clear my mind sometimes. I go out for some dinner or lunch with friends from here, with teammates.
Is there a place in Gmunden that you like especially?
Valentino. (Pizza restaurant in Altmünster).
For the landscape or for the food?
(Laughs) For the food!
Is it hard sometimes living far from your country and from your family?
Yeah, of course it is. But it's been three years already, so I'm kind of used to, that I'm living here by myself and it's a lot easier than it was at the beginning.
How does your family support you? Do they visit often?
Yeah, my parents often visit me - like every month or two for a few days. But we are also on video calls every day - with my family and my friends, so they're really supportive over there.
How did you start playing basketball?
I was six when I went to one practice with my older cousin and since then, I just loved it. The first practice I went to was basically just a little bit of basketball and more like other sports, like athletic things, because I was still too young for them. And after that it was my time to start practicing basketball.
Who do you look up to? Who are your role models?
I started playing basketball because of one Serbian player – Milos Teodosic. He's my role model in sports, but in life, it's usually my parents.
Where do you see yourself in five years?
Finishing studies in Gmunden (laughs) and still playing here, if possible.
What advice would you give young players, who want to become professional like you?
They should make a big sacrifice, even if it's going away from home. Most of the players that want to go professional do. Especially now everything is arrangeable, also with the video calls, so family is not going to be missed too much.
Do you sometimes think about what would have been if you played in Serbia and if you haven’t taken the step to really go abroad?
I'm not usually looking into the past to see if I could have changed something. I just listen to my heart and go with the goals that I want, so I'm really happy that I'm here right now.
What message would you like to share with the fans?
Thank you for all the support that you're giving us from game to game! I hope that we’re going to make you proud this year and that we’re going to win this championship after two years and the Cup also. Thank you for everything!
Thank you Vuk for the interview!
Saskia Wiemann

























