02.07.2018

Interview mit Peter Zemann

Peter war im wahrsten Sinne des Wortes die STIMME unseres Vereins. Nach über 30 Jahren an der „Front“ legte er nach dem Grunddurchgang das Mikrofon endgültig zur Seite und wechselte seinen Platz auf die Zuschauerränge. Grund genug ihn zu würdigen und ihm doch noch ein paar Antworten zu entlocken!

Basketball ist ein rasanter Sport wo man als Moderator verbal immer am Ball bleiben muss. Hallensprecher zu werden wie ist das eigentlich zugegangen? Warst du von Anfang an so souverän oder bedarf es schon einem gewissen Training?

Es war 1985 als nach der Junioren-EM Harry Stelzer fragte, ob ich nicht bei den Spielen Werbedurchsagen und Informationen für die Zuschauer machen kann. Mein Vorgänger, Günther Staude hat nach zwei Spielen das Handtuch geworfen, es war ihm zu stressig.

Ich habe damals nicht lange nachgedacht da ich glaubte mit Saisonende ist es vorbei.

Training gab‘s also keines, aber ich war als Berufsschullehrer gewohnt den Mund aufzumachen.

Vor Spielanpfiff warst du in deinen Vorarbeiten am Tisch immer sehr akribisch. Hast du auch Zuhause geübt – z.B. die vielen Namen (manchmal ja fast unaussprechliche :D). Basiert dein Basketballwissen auf Erfahrung oder hast du dir das auch mit Büchern usw. erarbeitet?

Anfangs war es immer etwas schwierig die Spielernamen von den Coaches zu erfahren, später konnte ich das meiste dann von den jeweiligen Homepages erfahren. Auch was die Regeländerungen betrifft war das Internet praktisch. Meine eigenen Baketballerfahrungen stammen teils von einigen Jahren Minibasketball mit J. Zulehner bzw. habe ich in den 70ern auch einige Zeit im D-Team gespielt (Schwarz, Henter, Pawelka, Wicke,..)

Ich durfte dich vor „ein paar“ Jahren kennen lernen und für mich hast du immer sehr „cool“ gewirkt, es bringt dich nicht viel aus der Fassung. Unter anderem bleiben mir „des wird scho..“ oder „do muaß ma durch..“ in Erinnerung. Wie ist Peter, oder hat dich dein Brotberuf als Berufsschullehrer so relaxed gemacht?

Sicher waren meine beruflichen Erfahrungen hilfreich aber ich musste mich schon bemühen

nach außen ruhig zu wirken. Innerlich hat’s aber schon oft gebrodelt. Mit den Schiris bin ich meist gut ausgekommen und im Unterschied zu einem meiner seltenen Vertreter nie aus der Halle geflogen. Androhungen gab’s allerdings im Laufe der Jahrzehnte ein paar. Na ja.

Gab es für dich Momente „Jetzt hau‘ ich den Hut drauf“?

Nein, aber ich habe Harry Stelzer in den letzten Jahren des Öfteren auf mein Alter hingewiesen.

Ich wollte nicht, dass ich womöglich mit dem Rollator zu den Spielen komme.

Was sind deine persönlichen Höhepunkte mit Basketball? 

Begonnen hat’s wie gesagt, mit der Junioren-EM (Mayerl Peter, Pichler Peter) und später dann die vielen Meister- und Cup Titel. Ganz besonders für mich war die Möglichkeit immer wieder tolle Menschen kennen zu lernen. Auch die familiäre Atmosphäre im Verein war für mich stets ein Ansporn weiter zu machen.

Peter dein „Abgang“ war für viele Fans doch etwas überraschend, aber eigentlich schon von langer Hand vorbereitet? Warum hast du nicht Saisonende sondern Ende Grunddurchgang gewählt?

Harry Stelzer hat mir vergangenes Jahr schon eine Unterstützung angekündigt. Als dann Sigi Passek heuer endlich aufgetaucht ist und einige Spiele an meiner Seite mitgemacht hat, habe ich die Gelegenheit genutzt Adieu zu sagen. Natürlich mit dem Versprechen, bei Bedarf einzuspringen. Ich denke dies war die beste Lösung, oder hätte ich warten sollen, bis jemand fragt: „Wie lange macht’s der Alte noch?“

Jetzt stehst du auf der „anderen Seite“. Wie gefällt es dir oder schmerzt es doch ein bisschen nicht mehr den „besten Platz“ in der Halle einzunehmen?

Harry hat mir sogar einen Tribünenplatz angeboten aber ich stehe gern bei Fritz gegenüber und erlaube mir jetzt, ohne Folgen, zu sagen was ich denke…..und: nein es schmerzt nicht!

Im Gegenteil es ist ein gutes Gefühl viele Jahre in so einem tollen Verein mitgewirkt zu haben.

Tipps für deinen Nachfolger? 

Was notwendig war habe ich ihm schon gesagt. Sigi Passek muss seinen eigenen Weg finden. Dazu wünsche ich ihm viel Erfolg und Spaß. 

Uns obliegt es uns herzlichst bei Dir für Dein Engagement rund um die Swans Gmunden zu bedanken! Deine nicht kopierbare Stimme wird fehlen, ebenso wie dein oft mit Humor vorgetragener Beitrag zum Geschehen auf dem Parkett! 

In diesem Sinne, 

HOCHACHTUNGSVOLL 

Eva Franke