19.12.2018

Interview Matthias Linortner

Zurzeit ist sein Gesicht auf dem Spielfeld hinter einer Maske „verborgen“, trotzdem weiß der Fan ganz genau wer mit der #12 aufläuft, denn Matthias Linortner ist schon lange kein Unbekannter mehr! Der Student hat sich mittlerweile schon länger als Bundesligaspieler einen Lebenstraum erfüllt und sich in der höchsten Spielklasse einen Fixstarterplatz erkämpft!

„Welcome back on court!“ kann man nur sagen. Wie war es so auf der Bank zu verweilen und doch länger zum Zuschauen „degradiert“ zu sein?
Während meiner Zwangspause ist mir wieder so richtig bewusst geworden, wie sehr ich den Basketballsport mit all seinen vielseitigen Aspekten liebe! Für mich persönlich kamen das Zuhause-Herumliegen - während die anderen sich auf die neue Saison vorbereiteten – und das Zuschauen von der Bank aus – während sich unsere Jungs mit diversen Gegnern „matchten“ – beinahe einer Folter gleich! Umso größer war die Freude am Tag der Trainingsfreigabe, als Laufen, Springen und Schwitzen wieder erlaubt waren.

Nach einer nun längeren Pause, wie war es sich in der Mannschaft wieder „zurecht“ zu finden?
Zu Anfang standen mein Übermut und die körperliche Ausgeruhtheit einem Mangel an taktischen Kenntnissen und dem fehlenden Draht zu unseren neuen Spielern gegenüber. Demnach hatte ich natürlich alle, bis dahin einstudierten, Spielzüge nachzulernen und die Spielweisen unsrer US-boys kennenzulernen. Die Tatsache, dass der Großteil des Vorjahreskaders erhalten geblieben ist und die Hilfsbereitschaft meiner Teamkollegen haben mir dieses Unterfangen ungemein erleichtert!

Neue Spieler neues Glück, wie gefällt dir die neue Teamzusammensetzung? Worin siehst du die wesentlichen Veränderungen?
Meines Erachtens sind wir diese Saison super aufgestellt! Ob Chance mit seiner unbeschwerten Spielweise, Torrion mit seinem Kampfgeist oder Devin mit seiner Kreativität: jeder der drei Neuzugänge besitzt Fähigkeiten, mit denen er dem Team extrem weiterhelfen kann! Hinzu kommen deren konstante Performance und ihre körperliche Fitness, die uns – anders als in den letzten Saisonen – dauerhaft einen qualitativen Trainingsbetrieb mit über 10 Spielern ermöglicht!

Man verwendet oft und gerne das Wort Jungschwan. Was ist Matze – Jungschwan oder bereits Routinier?
Ich würde sagen: weder noch. Einerseits sehe ich mich in meinem sechsten Jahr im Bundesligateam nicht mehr als Bundesliga-Anfänger, zumal ich mit sämtlichen Abläufen rund um den professionellen Basketball in Gmunden vertraut bin und ich meine Spielerrolle in Trainings und Spielen kennen zu glaube. Andererseits würde mir auch nie in den Sinn kommen, mich gegenüber anderen ABL-Profis als Routinier zu bezeichnen. Dafür braucht es, meiner Meinung nach, umfassende Wettbewerbserfahrung, Duelle mit verschiedensten Teams und Spielern und erfolgreich getragene Verantwortung – und das über Jahre hinweg! Als Routiniers, wie der Enis oder der Tilo einer ist, sehe ich mich daher nicht. Zutreffenderweise könnte man vielleicht sagen, ich bin ein aufstrebender Rollenspieler mit solidem Grunderfahrungsstock! ;-)

Dir wurde als „Rising Star 2018“ eine große Ehre zuteil. Beeinflusst dieser Titel deine jetzige Arbeit? Bist du ein „Fleißiger“? 
Nicht direkt. Generell interpretiere ich die Auszeichnung „Rising Star“ in diese Richtung: „Du hast noch nichts erreicht, aber du bist auf einen guten Weg dahin!“ Nachdem mich der Award anfangs sogar etwas unter Druck gesetzt hat, weiterhin gleich gut und sogar besser zu performen, habe ich ihn dann auch so gesehen: als Bestätigung des harten, konstanten Trainings und als Motivation damit weiterzumachen, um in der Zukunft wirklich was zu erreichen! Danke an dieser Stelle auch nochmal an meine Familie, alle Trainer, meine Teamkollegen, die Vereinsführung der und an alle Fans und Unterstützer der Swans, die mir diesen Weg ermöglicht du mich dabei begleitet haben!

Die Stimmung in der Heimhalle ist einfach besonders prickelnd, die Fans stehen felsenfest hinter der Mannschaft. Sind Fans wirklich der Baustein in einem Teamgefüge als „sechster Mann am Feld“?
Das Publikum hat durchaus Einfluss auf die Leistung eines Teams. Das Ganze ist sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne denkbar. Bei uns in Gmunden könnte man die Fans ganz sicher als Sechsten Mann bezeichnen: Reges Interesse am Profibasketballsport, das sich in zahlreichem Erscheinen und lautstarkem Unterstützen äußert, wie es in Gmunden derzeit zweifelsohne herrscht, ist für uns als Spieler genauso motivierend wie das gute private Verhältnis zu vielen Mitarbeitern und Stammbesuchern! Dieser Rückhalt von Seiten der Swansfans kann in knappen Situationen oder Phasen, in denen nicht alles rund läuft, ganz entscheidend für einen positiven Ausgang sein. Umso schöner ist es, in Form von Siegen und starken Leistungen was zurückgeben zu können!!

1. Matze, danke Dir für dieses Interview!
2. Dir und dem gesamten Team ein schönes Weihnachtsfest, auch wenn Euch allen zum Entspannen nicht viel Zeit bleiben wird! ????

Eva Franke