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| Donnerstag, den 07. Juni 2012 um 16:13 Uhr |
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Bevor sich in der Internetredaktion eine angenehme, sommerliche, geistige Leere ausbreitet, haben wir Manager Harald Stelzer noch einmal zum Gespräch gebeten. Wir haben ihn zur abgelaufenen Saison befragt, aber natürlich interessiert uns auch die Zukunft der Swans, denn wie er uns versichert hat, für den Manager gibt's keine Sommerpause. Hallo Harald! Erstmals danke, dass du dir nach den anstrengenden Wochen Zeit für uns genommen hast. Nach dem Sieg des Supercups und des Cups wurde es in der Meisterschaft wie auch letztes Jahr "nur" der Vizemeistertitel. Wie zufrieden bist du mit der Saison 2011/2012? Ich bin mit dem Erreichten mehr als zufrieden, da wir damit wohl endgültig den Beweis erbracht haben, dass nicht Einzelpersonen für den Erfolg alleinverantwortlich sind, sondern das Gesamtsystem. Nachdem wir innerhalb der Mannschaft vor dieser Saison wohl den größten "Schnitt" gemacht haben, hätte es eigentlich nicht besser laufen können. Mit dem nötigen Abstand zur Finalserie muss ich sagen, dass "unser" eigentliches Finale schon die Semifinalserie gegen Wels war und wir dort wahrscheinlich emotional schon zu viele Kräfte liegen gelassen haben. Aufgrund der Verletzungen mussten/konnten einige Spieler im entscheidenden Zeitpunkt zulegen. Solche Eigenschaften hat nicht jeder Spieler. Kann man solche Fähigkeiten im Vornhinein erkennen? Sind solche versteckten Talente sozusagen scoutbar, oder zeigen die sich erst, wenn sie gefragt werden? Von Rotationsspielern sollte man diese Fähigkeit eigentlich erwarten können, wenn der Zeitpunkt kommt, wo sie gefragt sind. Apropos Talente. Die "Pensionisten" Thomas und Flo sollen durch die Wiener Daniel Friedrich und Carlos Mateo ersetzt werden, auch Richie Poiger und Jozo Rados kommen aus Wien, bzw. dem näheren Umfeld. Bei dieser östlichen "Invasion" stellt sich die Frage - gibt es in Oberösterreich keine Talente mehr? Für den derzeitigen Bundesligabetrieb muss diese Frage leider mit Nein beantwortet werden. Der einzige U-22 Spieler, der den Sprung zu einem Bundesligaspieler schaffen hätte können, war Georg Scherrer, durch sein Studium in Wien ist das aber nicht möglich gewesen. Für die Zukunft sehe ich aber einiges an Potential, speziell bei unserer U-16, nachkommen. Außerdem mal sehen, wie sich Elmir und Lukas Pohn (Anmerkung: wird heuer aus der U-18 nachrücken) entwickeln werden. Und apropos Verletzungen. Wie geht es unserem „Krücken-Duo“ Reggie und Richie? Ab welchem Zeitpunkt kann man wieder voll mit ihnen rechnen? Beide sind bereits von den Krücken befreit, die Regeneration macht gute Fortschritte. Sie sollten also zum Trainingsauftakt in der zweiten Augusthälfte wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte sein. Im Sommer ist wieder einmal EM-Qualifikation - mit Gmundner Beteiligung? Leider nein, denn unsere beiden Nationalteamkandidaten stehen nicht zur Verfügung. Richie ist noch rekonvaleszent und Didi hat dem Team heuer absagen müssen, da er erstens heiratet und zweitens im Sommer beginnt, in eine Ausbildung zu investieren, um für die Zeit "nach Basketball" gerüstet zu sein. Nach unserem letzten Gespräch waren ja einige personelle Punkte noch offen. Uns interessiert natürlich wie es um Headcoach Mathias Fischer, unsere "Twin Towers" Dan und Mike Oppland, sowie Sharaud Curry steht. Gibt es da schon Reaktionen, bzw. Zusagen? Mathias dürfte aus heutiger Sicht bei uns bleiben, da alle bisherigen Kontakte ins Ausland im Sand verliefen. Bei Dan und Mike wird’s nächste Woche eine Entscheidung geben, derzeit gehe ich davon aus, dass die beiden wieder bei uns spielen. Sharaud hat einige hochkarätige Anfragen vorliegen (darunter von DenBosch, das mit Coach Korner holländischer Meister wurde und in der Qualifikation der Euroleague spielen wird), ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass er zurückkommen wird. Wir gehen davon aus, dass Basketball bei dir keine langen Ferien macht. Was macht ein BB-Manager von Juni bis September? Ist das „Einkaufsprogramm“ per se abgeschlossen, oder wird nur bei weiteren Abgängen reagiert? Das Scouting bzw. die Mannschaftszusammenstellung macht ja in erster Linie Mathias, ich bin dann nur der "Umsetzer". Ich muss mich mehr um das Finanzielle kümmern, bei mir beginnen nächste Woche die Sponsor Gespräche und der Verkauf der VIP-Karten. Pause gibt’s also defacto keine. In diesem Zusammenhang nicht ganz unwichtig - wird man die Allianz Swans in der nächsten Saison wieder international spielen sehen? Als Meister hätten wir einen Startplatz in der ULEB gehabt, das wäre sicher reizvoll gewesen, wenngleich bis heute weder Modus noch Termine bekannt sind. Als Vizemeister und Cupsieger könnten wir FIBA Eurochallenge spielen, da ist am 11.6. Meldeschluss, wir haben GESTERN die Anmeldeunterlagen bekommen, da gibt’s auch noch keine Angaben hinsichtlich Modus usw., daher werden wir dies definitiv nicht machen. Grundsätzlich muss man aus Sicht einer kleinen Basketballnation sagen, dass die internationalen Verbände hinsichtlich der untergeordneten Bewerbe katastrophales Management betreiben, denn wie soll ein Verein, der eh schon jeden Cent umdrehen muss, international spielen, wenn bei Nennungsschluss (das alleine ist schon mit finanziellen Sicherstellungen verbunden) nicht einmal der Bewerb genau feststeht? Die neue Saison startet (wie gewohnt) mit dem Supercup – diesmal wieder in alter Form Meister gegen Cupsieger. Welche Bedeutung hat dieser für dich? Eine gute erste Standortbestimmung unter Meisterschaftsbedingungen. Zum Abschluss noch zwei ganz private Fragen. Du hast deinen Sohn Thomas in über 10 Bundesligajahren als Vater, aber auch als Manager begleitet. Was bedeutet es für dich, dass er jetzt die "Schuhe an den Nagel hängt"? Einerseits ist die emotionelle Bindung zur Mannschaft etwas geringer geworden (das gilt aber nicht nur für Thomas, sondern auch für Flo, denn die 81/82er Generation habe ich seit der U-14 begleitet), andrerseits ist die Doppelkonference Manager/Vater auch nicht immer konfliktfrei. Mal sehen, was in der nahen Zukunft überwiegt - das lachende oder das weinende Auge. Ich bin allerdings sicher, dass Thomas das Ende seiner Bundesligakarriere gut getimt hat und uns im Verein sicher nicht ganz abhandenkommen wird. Was war dein ganz persönlicher „Swans-Moment“ der Saison? Da gab‘s einige: Das Cupwochenende, denn wir waren zwar Favorit, die Rahmenbedingungen innerhalb unserer Mannschaft (Verletzungen, Curry nicht in Hochform, usw.) waren nicht so großartig - und trotzdem haben wir’s geschafft. Die Wels-Serie, denn da ist unsere Mannschaft sicher weit über sich hinausgewachsen und wir hatten auch das nötige Spielglück. Unabhängig davon möchte ich aber auch etwas anderes festhalten: Es hat im gesamten Verlauf der Meisterschaft noch selten so wenig Scharmützel zwischen den Vereinen gegeben, bestes Beispiel dafür das gute Verhältnis zwischen dem WBC und den Swans, das trotz großem Ehrgeiz und viel Emotion freundschaftlich ist. Schön zu sehen auch, dass die Fangruppen generell sehr gut miteinander können. Diese Konstellation sehe ich insgesamt als ein großes Plus, denn was dieses Jahr im österr. Basketball abgelaufen ist, davon können so manche andere Teamsportarten nur träumen.
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